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Ayurveda Medizin: Das altindische Wissen vom Leben und Heilen

Ayurveda Medizin: Das altindische Wissen vom Leben und Heilen

Körper und Seele, Geist und Umwelt bilden in der Vorstellung der altindischen Heilkunst eine Einheit. Die Medizin des indischen Subkontinents ist traditionell ebenso sehr Lebensanschauung wie Gesundheitslehre. Was es mit der ayurvedischen Medizin auf sich hat, wie sie wirkt, welche Therapeuten die alternative Behandlung in der Schweiz anbieten – diese und andere Fragen beantworten wir dir in unseren FAQ.

Heilkunst mit Tradition: Was ist ayurvedische Medizin?

Was man in der Schweiz und Europa meist als Wellnessanwendung oder allenfalls als Ernährungsform kennt, ist eigentlich eine ganzheitliche Betrachtung der menschlichen Lebensweise. Mehrere tausend Jahre alt sollen die Erkenntnisse des „Wissens vom Leben“, wie der Begriff Ayurveda übersetzt wird, sein. Die traditionsreiche Gesundheitslehre geht davon aus, dass Menschen dann die optimale Gesundheit erreichen, wenn sich ihr Körper, ihr Geist und ihre Seele im Einklang befinden. Ist dieser harmonische Zustand hingegen gestört, kommt es zu Krankheiten. Die drei energetischen Prinzipien, die im Körper wirken, haben dann ihr Gleichgewicht verloren. Sie sind

  • Vata
  • Pitta
  • Kapha

Therapien der indischen Naturheilkunde zielen darauf ab, dieses Gleichgewicht der sogenannten Doshas wieder herzustellen, indem sie die Ursache für die Störungen finden. Die Patienten stehen dabei als Individuum mit je eigener Konstitution im Mittelpunkt der Therapien und Kuren. Ernährung und Lebensweise gehören genau wie die Anwendung von Heilpflanzen unverzichtbar zum Konzept Ayurveda hinzu. Der ganzheitliche Ansatz versucht, durch eine gesunde Lebensführung dem Entstehen von Krankheiten vorzubeugen und deren ersten Anzeichen durch bestimmte Ernährungs- und Verhaltensweisen zu begegnen. Für die einzelnen Dosha-Typen gibt es individuelle Ernährungsempfehlungen, die dem Erscheinen von Krankheitsbildern vorbeugen.

Welche Erkrankungen werden mit der indischen Heilkunst behandelt?

In westlichen Ländern werden ayurvedische Kuren und Behandlungen nicht nur zur Heilung, sondern deutlich häufiger als Wellness-Angebot genutzt. Zur Vorbeugung von Krankheiten wurden sie traditionell aber ebenfalls angewandt. Die Gesundheitslehre des Ayurveda soll besonders Menschen mit chronischen und psychosomatischen Erkrankungen unterstützen:

  • Rheuma
  • Arthrose
  • entzündliche Darmerkrankungen
  • Diabetes
  • Erschöpfung

sind häufige Gründe, warum Patienten einen Arzt oder Heilpraktiker mit Ausbildung in Ayurveda aufsuchen. Darüber hinaus kann die Wissenschaft zumindest nicht widerlegen, dass bestimmte schwere Erkrankungen wie Parkinson oder multiple Sklerose zwar nicht geheilt, aber doch in ihren Auswirkungen abgemildert werden können, sodass Patienten durch Ayurveda Medizin hier möglicherweise an Lebensqualität hinzugewinnen. Studien ergaben zudem eine lindernde Wirkung bei Menschen, die an Arthrose litten. In der Schweiz ist Ayurveda heute Teil des Gesundheitssystems und als medizinische Methode anerkannt.

Welche Heilpflanzen nutzt die ayurvedische Medizin?

Mehr als dreitausend unterschiedliche Heilpflanzen kennt die indische Gesundheitslehre insgesamt. Kräutermischungen aus getrockneten Pflanzen, Öle und Kräuter-Öl-Mischungen werden jeweils bestimmten Erkrankungen zugeordnet.

  • Häufig verwendet die Naturheilkunde beispielsweise die Süssholzwurzel. hr wird entzündungshemmende Wirkung und eine Linderung von Magen-Darm-Problematiken nachgesagt.
  • Kurkuma oder auch Safranwurz kennen viele bereits aus der asiatischen oder auch der eigenen Küche. Deren entzündungshemmende Wirkung ist hier belegt, ausserdem kann es sich regulierend auf den Blutzucker auswirken und bei Darmerkrankungen die Heilung unterstützend begleiten.
  • Der vitaminreiche Moringa oder Meerrettichbaum wird bei Nieren- und Leberproblemen angewandt und soll die Entgiftung unterstützen.

So zahlreich sie auch sind: Im Ayurveda sind die Heilkräuter immer nur ein Teil einer ganzheitlichen Therapie. Die Heilkunst verändert mit ihren individuellen Komponenten den gesamten Lebensstil der Patienten.

Ghee: Was ist das Gold der Ayurveda-Medizin?

Golden glänzend, zum Kochen geeignet und ein reines Naturprodukt: Sowohl in der pakistanischen und indischen Küche als auch im Ayurveda ist Ghee nicht wegzudenken. Die goldene Flüssigkeit ist geklärte Butter, auch als Butterreinfett bekannt. Sei enthält kein Eiweiss, keinen Milchzucker und kaum Wasser. Stattdessen liefert sie reines Fett. In der ayurvedischen Küche gilt das Goldelixier als leicht verdaulich, entzündungshemmend und als Allheilmittel für eine jüngere Haut, zur Stärkung der Immunabwehr, zur Harmonisierung des Hormonhaushaltes und für viele andere Krankheitsbilder. Eine spezielle Panchakarma-Kur dient der Entgiftung des Körpers, führt allerdings nicht selten aufgrund der grossen Mengen an Fett, die die Kurenden zu sich nehmen, zu extremer Übelkeit. Westliche Studien haben Hinweise darauf geliefert, dass das indische Butterschmalz sich positiv auf Entzündungswerte, auf einen zu hohen Cholesterinspiegel sowie auf die Symptome von Schuppenflechte auswirken kann. Fachkundige Ayurveda-Berater und Mediziner können dich hierzu informieren.

Welche Therapeuten bieten die Behandlung mit der indischen Naturheilkunde?

Grundsätzlich sind drei Angebotsbereiche für die Gesundheitslehre zu unterscheiden:

  • Ayurveda-Medizin
  • Ayurveda-Therapie
  • Ayurveda-Wellness

In der Schweiz gibt es Studiengänge zum eidgenössischen Diplom in Ayurveda-Therapie und in Ayurveda-Medizin. Als erstes Land nach Indien überhaupt machte die Schweiz staatlich anerkannte Ayurveda-Ausbildung möglich. Komplementärtherapeuten beraten zu den Themen Ernährung, Gesundheit und Lebensstil. Es gibt auch Hebammen und Naturheilpraktiker, die sich auf die ayurvedischen Therapien spezialisiert haben.

Welcher Arzt bietet Ayurveda Kuren in der Schweiz an?

In der Schweiz gibt es heute Schulmediziner, die eine ayurvedische Ausbildung absolviert haben. Darüber hinaus gibt es seit 2015 ein national anerkanntes eidgenössisches Diplom in Ayurveda-Medizin und eine ganze Reihe therapeutischer Ausbildungen, die die Kunst der indischen Naturheilkunde praktisch vermitteln. So gibt es etwa den Komplementärtherapeuten mit eidgenössischem Diplom in Ayurveda-Therapie oder den Naturheilpraktiker in Ayurveda-Medizin. Ayurveda-Kuren werden von Institutionen angeboten, um etwa bestimmte Krankheiten und Funktionsstörungen stationär zu behandeln.

Hilft Ayurveda beim Abnehmen?

Einige grundsätzliche Annahmen der ayurvedischen Lehre helfen durchaus, wenn du mit Hilfe der indischen Lebensphilosophie abnehmen möchtest. So wird empfohlen, nur dann zu essen, wenn die letzte Mahlzeit bereits verdaut ist und wenn der Mensch wirklich hungrig ist. Mehr als „zwei Hände voll“ sollten auch dann nicht gegessen werden, maximal so viel, dass man nicht ganz satt ist. Frische, regionale Kost, die zur eigenen Konstitution passt und die immer in Ruhe anstatt in Hektik verzehrt wird, trägt ebenfalls zu einer nachhaltig gesunden Ernährung bei. Insofern ist Ayurveda zum Abnehmen geeignet, weil sie den Menschen eine dauerhafte Ernährungsumstellung nahelegt, die zur mässigen Nahrungsaufnahme anregt, und auf Lebensmittel verzichtet, die der Gesundheit des Menschen schaden. Für die indische Lehre haben Nahrungsmittel eine besondere Bedeutung: Aus ihnen sind alle Gewebe des menschlichen Körpers aufgebaut. Deshalb sind qualitativ hochwertige Lebensmittel besonders wichtig: Nur sie sorgen für eine gesunde Verdauung und damit für die notwendige ständige Erneuerung des Gewebes.

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