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Die Salutogenese rückt Gesundheit statt Krankheit in den Fokus

Viele Gesundheitsdebatten drehen sich streng genommen nicht um die Gesundheit, sondern nur um Krankheiten: um ihre Entstehung, Behandlung und Vorbeugung. Obwohl es sich dabei um wichtige Themen handelt, ist Gesundheit mehr als das. Die Salutogenese verfolgt deshalb einen positiven Ansatz und beschäftigt sich mit der Frage, wie du gesund leben und dein Wohlbefinden steigern kannst.

Was ist Salutogenese?

Die Definition von Salutogenese ist wörtlich „Gesundheitsentwicklung“. Dieses Konzept bildet das Gegenstück zur Pathogenese – also der Entstehung von Krankheiten. Mit dieser beschäftigt sich die Medizin bereits seit Jahrhunderten. Auch viele Regeln, die dir zu einem gesunden Lebensstil verhelfen sollen, basieren auf dieser Krankheitsperspektive: Da Ärzte beispielsweise wissen, dass das Rauchen Lungenkrebs begünstigt, empfehlen sie ihren Patienten, nicht zu rauchen. Im Gegensatz zum krankheitsfokussierten Ansatz nähert sich die salutogenetische Denkweise der Gesundheitsfrage von der anderen Seite: Was tun Menschen, die im Laufe ihres Lebens nie Krebs entwickelt haben?

Wann ist ein Mensch wirklich gesund?

Das salutogenetische Konzept nimmt den Begriff „Gesundheit“ in seiner vollen Bandbreite wahr. Denn laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schliesst die Gesundheit nicht nur die körperliche Verfassung ein. Nach Ansicht der WHO bist du nur dann wirklich gesund, wenn es dir körperlich, psychisch und sozial gut geht. Gesundheit ist deshalb keine Eigenschaft, die du entweder hast oder nicht hast. Stattdessen beschreibt sie einen Zustand, der schwankt.

Warum ist Salutogenese wichtig?

Eine gelungene Gesundheitsförderung kann dein Leben verbessern. Jeder wünscht sich einen optimalen Schutz vor Krankheiten. Der Lebensstil kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Darüber hinaus fühlt es sich ganz einfach gut an, wenn du in deinem Alltag bedeutsame soziale Erfahrungen machst, dein seelisches Gleichgewicht bewahrst und deinen Körper wie ein wertvolles Gut behandelst. Eine solche Selbstfürsorge bietet dir einen Ausgleich zum Alltagsstress. Dabei geht es nicht darum, nur gerade so viel zu tun, dass du haarscharf am Burnout vorbeischrammst! In der Praxis bedeutet ein gelungenes salutogenetisches Handeln, dass du möglichen Problemen immer einen Schritt voraus bist. Dazu gehört auch ein Puffer für mögliche Herausforderungen im Leben, die sich nicht immer vermeiden lassen – sowohl auf sozialer und psychischer Ebene als auch hinsichtlich deines körperlichen Zustands.

Was besagt das Konzept von Antonovsky?

Eines der wichtigsten Konzepte für die salutogenetische Idee ist die Theorie von Aaron Antonovsky. Der gebürtige New Yorker wanderte 1960 nach Israel aus und beschäftigte sich dort zehn Jahre später mit der Widerstandskraft von weiblichen Holocaustüberlebenden. Antonovsky fragte sich: Was zeichnet diese Frauen aus, die ihr Martyrium so erstaunlich gut überstanden haben? Daraus entwickelte er sein Modell über die Entstehung von Gesundheit. Nach Antonovsky gibt es bestimmte Faktoren, die deine mentale und körperliche Integrität selbst unter widrigen Bedingungen schützen können. Eine wichtige Rolle schreibt er dabei dem Kohärenzgefühl zu. Der „Sense of Coherence“ hilft einem Menschen dabei, seine Ressourcen effektiv zu nutzen.

Wie entsteht das Kohärenzgefühl?

Nach der Definition von Antonovsky resultiert das Kohärenzgefühl aus drei grundlegenden Eigenschaften:

  1. dem Gefühl der Verstehbarkeit
  2. dem Gefühl der Handhabbarkeit
  3. dem Gefühl der Sinnhaftigkeit

Bei allen drei Punkten geht es einzig und allein um die subjektive Selbstwahrnehmung einer Person. Nach Antonovsky kommt es zum Beispiel nicht darauf an, ob ein Mensch seine Umwelt und seine Herausforderungen tatsächlich korrekt versteht. Für das Gefühl der Verstehbarkeit ist lediglich entscheidend, ob die Person selbst der Überzeugung ist, relevante Zusammenhänge zu verstehen! Das Handhabbarkeits-Gefühl drückt sich darin aus, wie zuversichtlich du bist, mit Problemen und Belastungen fertigzuwerden. Dafür ist nicht nur dein Selbstvertrauen entscheidend. Wenn du den Eindruck hast, dass deine Handlungen dein Leben beeinflussen, trägt dies ebenfalls zum Gefühl der Handhabbarkeit bei. Das Gefühl der Sinnhaftigkeit ist für manche Personen schwer zu greifen. Hat dein Leben für dich einen Sinn? Um diese Frage geht es bei diesem dritten Faktor des Kohärenzgefühls. Das salutogenetische Modell beurteilt dabei nicht, ob dein persönlicher Lebenssinn von anderen geteilt wird.

Wer sollte sich mit Salutogenese beschäftigen?

Kurz gesagt: Jeder! Die Forschung beschäftigt sich beispielsweise mit der Frage, welche konkreten gesundheitsfördernden Faktoren es für Kinder oder Senioren gibt. Oft werden dabei bestimmte Settings wie der Kindergarten, die Schule, Kinder- oder Altenheime sowie die häusliche Pflege berücksichtigt. Doch auch in der Arbeitswelt, im Familienleben und in vielen weiteren Lebensbereichen kann dir die Salutogenese einen neuen Blickwinkel ermöglichen.

Welche konkreten Faktoren führen zur Entstehung von Gesundheit und Krankheit?

Viele Empfehlungen zur Gesundheitsförderung lassen sich auf einige einfache Grundregeln herunterbrechen. Drei wichtige Eckpfeiler sind zum Beispiel:

  1. gesunde Ernährung
  2. angemessene Bewegung
  3. Stressvermeidung

Diese (und ähnliche) Punkte stellen allerdings Ziele dar. Die Salutogenese nimmt jedoch vor allem den Prozess unter die Lupe, wie du diese Ziele erreichen kannst. Nach dem salutogenetischen Modell von Antonovsky hilft dir das Gefühl der Kohärenz mit seinen drei Facetten dabei, derartige Ziele zu erreichen. Damit dir das gelingt, benötigst du Ressourcen. Gute Ressourcen sind zum Beispiel:

  • Unterstützung von Freunden und der Familie
  • Selbstvertrauen
  • analytische Fähigkeiten
  • Sachwissen, um Geschehnisse einordnen zu können
  • Glaube, Überzeugungen und moralische Werte

Nicht allen Personen stehen dieselben Ressourcen zur Verfügung, doch jeder besitzt zumindest einige. Zudem kannst du dir im Laufe deines Lebens zusätzliche Ressourcen aufbauen – zum Beispiel, indem du soziale Kontakte knüpfst, die dir gut tun, und dir hin und wieder eine Auszeit gönnst.

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