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Orthomolekulare Medizin: Behandlung von Krankheiten mit Mikronährstoffen

Orthomolekulare Medizin: Behandlung von Krankheiten mit Mikronährstoffen

Die Orthomolekulare Medizin wird häufig auch als Medizin der Mikronährstoffe bezeichnet. Die Bedeutung von Vitaminen für die Erhaltung der Gesundheit ist schon lange bekannt. Im Umkehrschluss lassen sich viele Krankheiten zum Teil auch auf einen Mangel an bestimmten Mikronährstoffen zurückführen. Dies machen sich Heilpraktiker und Ärzte inzwischen zunutze und versuchen durch Verbesserung der Nährstoffversorgung Erkrankungen zu heilen oder vorzubeugen. Wie das genau funktioniert, worauf du achten solltest und alle wichtigen Informationen zum Thema erhältst du hier.

Was bedeutet Orthomolekulare Medizin?

Der Begriff Orthomolekulare Medizin lässt sich am besten als Medizin der guten oder auch richtigen Moleküle übersetzen. Geprägt wurde der Ausdruck von dem amerikanischen Biochemiker und zweifachen Nobelpreisträger Linus Paulig. Er gilt als Begründer der molekularen Medizin und legte den Grundstein für diese Behandlungsmethode im Jahr 1968. Wissenschaftlich lässt sie sich diese Lehre zwischen Ernährungswissenschaften und Medizin einordnen und kombiniert Erkenntnisse beider Fachrichtungen miteinander.

Was ist der Grundgedanke der Orthomolekularen Medizin?

Liebig erkannte, dass der menschliche Körper rund 45 verschiedene essenzielle Mikronährstoffe benötigt, um überleben und gesund bleiben zu können. Essenziell bedeutet dabei, dass der Körper nicht in der Lage dazu ist, diese Substanzen selbst herzustellen. Er muss sie also von aussen, zum Beispiel in Form von Nahrung, zu sich nehmen. Entsteht ein Mangel oder kann der Bedarf nicht ausreichend gedeckt werden, leidet die Gesundheit und es können unterschiedliche Krankheiten auftreten. Liebig nahm daher an, dass zur Erhaltung der Gesundheit und zur Behandlung von Erkrankungen eine Anpassung der Konzentration an Mikronährstoffen an die individuellen Bedürfnisse des Patienten erfolgen muss.

Welche gesundheitlichen oder körperlichen Ursachen kann es für einen Nährstoffmangel geben?

Für eine Unterversorgung mit Mikronährstoffen kann es unterschiedliche Gründe geben. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Einseitige Ernährung: Häufig enthalten Fertigprodukte oder Fast Food kaum Mikronährstoffe. Darüber hinaus können radikale Diäten oder Essstörungen ebenfalls Grund für Mangelerscheinungen sein.
  • Alter: Der Nährstoffbedarf verändert sich in den verschiedenen Lebensphasen. Kinder, die sich im Wachstum befinden, weisen zum Beispiel einen überdurchschnittlich hohen Bedarf auf, während im Alter wiederum andere Nährstoffe in den Vordergrund rücken, um Abbauprozesse im Körper aufzuhalten.
  • Gestörte Aufnahme: In einigen Fällen kann auch bei ausgewogener Ernährung ein Mangel auftreten, wenn der Körper zum Beispiel nicht in der Lage ist, die Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen. Dies kann bei Erkrankungen wie Magenschleimhautentzündung, Enzymmangel oder anderen Einschränkungen des Verdauungssystems auftreten.
  • Lebensstil: Übermässiger Alkohol- und Nikotinkonsum sowie körperlicher und seelischer Stress wirken sich negativ auf die Nährstoffaufnahme aus.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Auch hier benötigt der Körper mehr als den üblich empfohlenen Tagesbedarf eines Erwachsenen.
  • Krankheiten: Bei einigen Erkrankungen ist der Verbrauch an bestimmten Nährstoffen besonders erhöht, sodass sie auch durch eine ausgewogene Ernährung nicht ausreichend abgedeckt werden kann.
  • Medikamente: Die Einnahme bestimmter Medikamente kann als Nebenwirkung die Aufnahme von Mikronährstoffen beeinträchtigen.

Welche Vitamine und Nährstoffe werden in der Orthomolekularen Medizin genutzt?

Die Orthomolekulare Medizin verwendet sowohl Makro- als auch Mikronährstoffe. Im Gegensatz zu Makronährstoffen liefern Mikronährstoffe keine Energie, doch der Körper benötigt diese Moleküle für verschiedene Stoffwechselvorgänge und Funktionen. Zu den Mikronährstoffen gehören:

  • Vitamine: Sie lassen sich unterteilen in fettlösliche und wasserlösliche Vitamine. Zur ersten Gruppe gehören die Vitamine A, D, E und K. Alle anderen Vitamine wie zum Beispiel Vitamin C oder die B-Vitamine sind wasserlöslich. Fettlösliche Vitamine müssen, weil sie im Körper gespeichert werden, sparsam dosiert werden. Bei einer länger andauernden, hohen Überdosierung kann es hier zu einer Hypervitaminose und unangenehmen Nebenwirkungen kommen. Die wasserlöslichen Vitamine hingegen werden in der Regel höher dosiert, weil der Körper sie nicht so gut speichern kann.
  • Mineralstoffe: Hierbei handelt es sich um anorganische Stoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Man unterteilt Mineralstoffe in Makromineralstoffe und Spurenelemente. Makromineralstoffe braucht der Mensch in grösserer Konzentration. Zu ihnen gehören Calcium, Kalium, Natrium oder Magnesium. Spurenelemente hingegen sind zwar auch essenziell für die Gesundheit, doch sie werden in kleineren Mengen benötigt. Hierzu zählen unter anderem Zink, Iod, Kupfer oder Selen.
  • Fettsäuren wie zum Beispiel die Omega-Fettsäuren gehören ebenfalls zu den Mikronährstoffen.
  • Einige Aminosäuren, die der Körper nicht selbst produzieren kann. Sie werden auch als essenzielle Aminosäuren bezeichnet.
  • Enzyme: Sie bestehen aus Aminosäuren und sind an allen Stoffwechselvorgängen und Zellfunktionen im Körper beteiligt.

Für die erfolgreiche Behandlung ist dabei nicht nur die Konzentration der einzelnen Mikronährstoffe wichtig, sondern auch das Konzentrationsverhältnis der einzelnen Substanzen untereinander.

Für welche Anwendungsgebiete und Krankheiten kommt diese Methode in Frage?

Die orthomolekulare Medizin lässt sich sehr vielseitig einsetzen. Sie kann einerseits zur Behandlung von chronischen Krankheiten oder begleitend zur Linderung der Symptome genutzt werden, andererseits ist sie auch eine gute präventive Massnahme, um die Gesundheit zu erhalten. Mögliche Einsatzgebiete sind unter anderem:

  • Atemwegserkrankungen
  • Infektionserkrankungen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Blutarmut
  • Erkrankungen der Blutgefässe wie Arteriosklerose
  • Stoffwechselstörungen wie Diabetes
  • Verdauungsstörungen
  • Nieren- oder Blasen-Erkrankungen
  • Schilddrüsen-Erkrankungen
  • Hautkrankheiten
  • Osteoporose
  • Rheuma, Arthritis oder Arthrose
  • Schwermetallvergiftung
  • Psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen
  • Stärkung des Immunsystems
  • Verbesserte Wundheilung

Wie erfolgt die Behandlung von Erkrankungen bei einem Heilpraktiker oder Arzt?

Bevor es an die Behandlung geht, müssen Ärzte oder Heilpraktiker eine Diagnose stellen. Dazu überprüfen sie mögliche Ursachen wie Essgewohnheiten, Vorerkrankungen, Einnahme von Medikamenten und ähnliche Faktoren. Darüber hinaus kann eine Urin- oder Blutprobe herangezogen werden. Das Blutbild gibt Aufschluss darüber, welcher Nährstoffmangel besteht. Je nach dem, was die Untersuchungsergebnisse zeigen, richtet sich die Behandlung. In einigen Fällen reicht die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Tabletten und anderen Präparaten über einen vorgeschriebenen Zeitraum aus. Besteht ein akuter Mangel, oder muss innerhalb einer kurzen Zeit eine möglichst hohe Konzentration erreicht werden, sind Injektionen oder Infusionen als Behandlungsmethode denkbar.

Welche Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und Risiken sind möglich?

Orthomolekulare Medizin gilt allgemein als risikoarme Behandlungsmethode. Dennoch können mögliche Nebenwirkungen, besonders bei unsachgemässer Anwendung, nicht ausgeschlossen werden. Überdosierungen oder die Einnahme über einen längeren Zeitraum könnten zum Beispiel schwere Erkrankungen zur Folge haben. Darüber hinaus könnten Wechselwirkungen mit anderen Nährstoffen oder Medikamenten auftreten. Einige Vorerkrankungen können ausserdem Auswirkungen darauf haben, wie der Körper auf einzelne Mikronährstoffe reagiert. Daher solltest du eine Behandlung nie ohne fachliche Beratung durch Ärzte oder Heilpraktiker durchführen.

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