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Ozontherapie – Sauerstoffgemisch zur Heilung und Revitalisierung

Bei der Ozontherapie wird Sauerstoff in einer besonderen Form verwendet. Statt wie in der Raumluft als O2, besteht dieses Gas aus O3, also aus drei miteinander verbundenen Sauerstoffmolekülen. Industriell kommt diese besondere Form des Sauerstoffs als Desinfektionsmittel zur Anwendung, insbesondere dort, wo keine flüssigen Mittel eingesetzt werden können. Ausserdem wird Ozon in der Naturheilkunde und in der Komplementärmedizin innerlich bei der Eigenbluttherapie genutzt. Überdies wird die Ozontherapie erfolgreich zur äusseren Behandlung verwendet. Sie beschleunigt den Heilungsprozess bei Wunden und kann bei diabetischen Geschwüren oder einer beginnenden Nekrose die Durchblutung verbessern sowie Infektionen wirkungsvoll bekämpfen – ist aber nicht ohne Nebenwirkungen.

Welche Keime lassen sich mit dem Gas Ozon wirksam bekämpfen?

Die Ozontherapie wirkt in erster Linie innerlich und äusserlich desinfizierend. Überdies hat sich gezeigt, dass die Ozontherapie das körpereigene Immunsystem mobilisiert, sodass die eigenen Abwehrkräfte und Abwehrmechanismen effektiver zur Bekämpfung von Erkrankungen eingesetzt werden können. In Laborversuchen hat Ozon seine desinfizierende Wirksamkeit bei verschiedensten Keimen unter Beweis gestellt, auch bei:

  • Bakterien
  • Viren
  • Pilzen
  • Hefen
  • Protozoen

Welche Nebenwirkungen hat dieses Sauerstoffgemisch beim Einatmen?

Es hat seinen Grund, warum insbesondere im Sommer vor zu hohen Ozonwerten gewarnt wird. Auch die dauerhafte Nutzung von Ozongeneratoren in Wohnungen zu Desinfektion und Reinigung der Raumluft kann gesundheitlich bedenklich sein. Die Lungen können O3 nicht wie O2 verarbeiten. Stattdessen löst dieses Gas bei zu hoher Konzentration in der Atemluft bronchiale Entzündungen aus, im Extremfall kann es zur Embolie oder Lungenentzündung kommen. Durch das Einatmen von Ozon können verschiedenste Nebenwirkungen auftreten:

  • Kopfschmerzen, insbesondere im Bereich der Schläfen
  • Reizhusten
  • Trockenheitsgefühl in Mund und Rachen
  • Trockene Nasenschleimhäute, bei längerer Einwirkung auch zeitweise mit Nasenbluten

Bei welchen inneren Erkrankungen findet die Ozontherapie Anwendung?

Im Prinzip kann die Ozontherapie immer dort die Gesundheit positiv beeinflussen, wo oxidative Prozesse als Begleiterscheinung von Erkrankungen zu weiteren Beschwerden führen. Grund dafür ist, dass bei der Ozontherapie das mit Ozon angereicherte Blut im Körper das Immunsystem mobilisiert, genau wie die Antioxidationszellen. Insgesamt wird die Sauerstoffversorgung jeder einzelnen Körperzelle verbessert, wie Studien gezeigt haben. Überdies bekämpft O3 entzündliche Prozesse im Körper und wirkt antiviral. HIV-Patienten wurden über mehr als zwei Jahre mit der Ozontherapie behandelt. Dabei stellte sich heraus, dass die Viruslast der betroffenen Personen signifikant geringer war, als bei HIV-Patienten in gleichem Stadium der Erkrankung üblich.

Wird die Ozontherapie als alleiniges Verfahren eingesetzt?

Generell nicht, denn die Ozontherapie kann immer nur als unterstützende Behandlungsmassnahme gesehen werden. Insbesondere in der Naturheilkunde und in der komplementären Medizin wird die Ozontherapie als wichtiger Baustein in einem breiten Therapiesystem eingesetzt. Dabei können Heilpflanzen und Akupunktur ebenso zum Behandlungsplan gehören, wie Neuraltherapie oder Homöopathie. Zugleich kann in Zusammenarbeit mit einem Schulmediziner bei schweren Erkrankungen eine Kombinationstherapie entwickelt werden, bei der sich herkömmliche Behandlungsmethoden und alternative Therapieformen ergänzen und gegenseitig unterstützen.

Warum wird das Sauerstoffgemisch bei Wunden eingesetzt?

Die Ozontherapie ist für ihre desinfizierende Wirkung bekannt. Schlecht heilende Wunden sind zumeist mit einem Cocktail von Bakterien besiedelt, was den Prozess der Genesung verzögert oder gar verhindert. Kommt die Ozontherapie zur Anwendung, lassen zumeist die durch die Wunde verursachten Beschwerden relativ schnell nach. In der Folge findet der Patient erholsamen Schlaf, was der Regeneration förderlich ist. Zudem wird gezielt im lokalen Bereich in und um die Wunde das Immunsystem stimuliert und die gesunden Zellen werden mit mehr Sauerstoff versorgt. Dies alles zusammen trägt dazu bei, dass selbst schwer heilende, offene Wunden, wie sie beispielsweise bei Diabetikern häufiger auftreten, schneller und dauerhaft geschlossen werden können. Allerdings kann es bei der äusserlichen Ozontherapie zu Nebenwirkungen in der Form kommen, dass sich der Zustand der Wunde zuerst für kurze Zeit verschlechtert. Dies gilt aber als gutes Zeichen, denn es zeigt, dass die Ozontherapie wirkt. Die Verschlechterung tritt deshalb ein, weil auch die erkrankten, mit Bakterien befallenen Zellen mit mehr Sauerstoff versorgt werden. So kann es für einen sehr kurzen und begrenzten Zeitraum zu einem rapiden Anstieg der Erregerzahl kommen. Unmittelbar danach sterben die Keime ab und die Wunde verheilt im Normalfall kontinuierlich.

Wie läuft eine äusserliche Anwendung ab?

In der Regel werden schlecht heilende Wunden an Armen und Beinen mit der Ozontherapie als Beutelbegasung behandelt. Es ist aber auch möglich, die Therapie mit Ozon am Rumpf durchzuführen:

  1. Zuerst wird die Wunde soweit möglich gereinigt.
  2. Der zu behandelnde Körperteil wird in einen luftdichten Beutel aus Kunststoff gesteckt.
  3. Der am Körper mittels eines hautfreundlichen Tapes abgedichtete Luftsack wird über ein Ventil mit Ozon gefüllt.
  4. Je nach Wunde und Konstitution des Patienten wirkt das Ozon bis zu 30 Minuten auf den zu therapierenden Bereich ein. (Eine längere Anwendung macht keinen Sinn, denn Ozon ist wenig stabil und zerfällt nach dieser Zeit zu normalem Sauerstoff.)

Was ist der Unterschied zwischen kleiner und grosser Ozontherapie?

Bei der kleinen Ozontherapie werden beim Patienten bis zu fünf Milliliter Blut entnommen, mit Ozon angereichert und entweder in den Gesässmuskel (intramuskulär) oder unter die Haut, also subkutan, injiziert. Für die grosse Ozontherapie werden bis zu 150 Milliliter Blut in einer Infusionsflasche aufgefangen, mit Ozon angereichert und als Infusion direkt wieder an den Patienten zurückgegeben. Beide Verfahren werden eingesetzt bei:

  • Asthma
  • Allergien
  • Schmerzzuständen
  • Durchblutungsstörungen
  • rheumatischen Erkrankungen
  • Arthrose
  • Diabetes mellitus
  • Stoffwechselstörungen