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Vulvodynie: Über undefinierbare Schmerzen an den äusseren Geschlechtsteilen der Frau

Wenn die Schamlippen jucken, brennen und schmerzen, denken viele Frauen an eine Pilzinfektion. Einige von ihnen bekommen – nachdem sie oft mehrere Ärzte erfolglos konsultiert haben und ein Pilz als ausgeschlossen gilt – die überraschende Diagnose Vulvodynie. Der Begriff setzt sich aus Vulva, dem äusseren Bereich des weiblichen Genitals, sowie dem medizinischem Suffix „dynie“ für Schmerz zusammen. Bei Vulvodynie handelt sich um ein wenig erforschtes Thema, das in der Medizin viele Fragen aufwirft. Wir fassen zusammen, welche Erkenntnisse es zu Ursachen und Symptome der Vulvodynie gibt und wie Akupunktur helfen kann.

Was ist eine Vulvodynie?

Bei einer Vulvodynie leiden betroffene Frauen unter chronischen Schmerzzuständen im Bereich ihrer äusseren Geschlechtsorgane. Ob es sich jedoch um ein komplexes, vielfältiges Beschwerdebild oder um eine eigenständige Krankheit handelt, ist unter Medizinern umstritten. Heute tendieren viele Ärzte dazu, die Vulvodynie als eigenständige Erkrankung einzuordnen, die oft einer dermatologischen, gynäkologischen und psychologischen Untersuchung bedarf. Der Dauerschmerz setzt bei einigen jungen Frauen nach dem ersten Geschlechtsverkehr ein, während er bei anderen viel später und auch ohne spezifisch fassbaren Auslöser auftreten kann.

Welche Symptome löst eine Vulvodynie bei Frauen aus?

Da sich die Vulvodynie durch ein äusserst komplexes Beschwerdebild äussert, ist es für Betroffene nicht einfach, die Symptome genau zu beschreiben. Einigen Frauen fällt es zum Beispiel schwer, den Schmerz genau zu lokalisieren. Folgende Leitbeschwerden treten bei einer Vulvodynie häufig auf:

  • Brennen und Juckreiz im gesamten Genitalbereich
  • Druckschmerz
  • Zugbelastung
  • Geschlechtsverkehr ist kaum möglich
  • Beschwerden beim Sitzen, Gehen oder Stehen
  • das Gefühl, auf einem Ballon zu sitzen
  • Bauch- und Magenschmerzen
  • Blähungen
  • hohe Empfindlichkeit bei enger Kleidung

Wie wird die Diagnose Vulvodynie gestellt?

Eine Vulvodynie diagnostizieren Ärzte nach dem Ausschlussprinzip, weil sie keine sichtbaren Veränderungen des äusseren Genitals feststellen können. Manchmal kommt es zu leichten Rötungen und Schwellungen, die sich auf den Juckreiz zurückführen lassen. Gynäkologen schliessen beispielsweise eine Pilzinfektion oder eine vaginale Atrophie, also einen Gewebeschwund, aus. Adnexitis beschreibt eine chronische Entzündung der Eileiter und Eierstöcke, die dein Arzt ebenfalls ausschliessen muss. Dermatologen untersuchen, welche Hauterkrankungen nicht infrage kommen, um die Diagnose zu stellen. Möglicherweise benötigen die untersuchenden Ärzte deshalb eine Gewebeprobe von dir. Psychologische Erkrankungen, etwa eine Depression, müssen während der Diagnostik ebenfalls als mögliche Ursache eliminiert werden.

Was kann ich gegen die Schmerzen einer Vulvodynie unternehmen?

Bis heute gibt es keine speziellen Medikamente oder eine Therapie, die eine Vulvodynie komplett heilt. Dennoch ist es möglich, die Symptome zu bekämpfen und die Beschwerden so abzumildern. Folgende Methoden probieren Betroffene aus, um ihren Alltag trotz Vulvodynie angenehmer zu gestalten:

  • Beckenbodenübungen
  • Muskelrelaxanzien
  • Schmerzmittel, etwa Opioide und Lidocain
  • Antikonvulsiva
  • alternative Medizin
  • begleitende Psychotherapie
  • Meditation, Yoga
  • Akupunktur
  • Kälte- und Wärmezufuhr

Wie kann mir Akupunktur bei einer Vulvodynie helfen?

Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht ausschliesslich auf Schmerzmittel setzen, versuchen es oft mit alternativen Methoden. In der Schmerztherapie erweist sich vor allem die Akupunktur als wirksam. Dabei führt dein Akupunkteur feine Nadeln in bestimmte Körperpunkte ein. Die Akupunkturnadeln sollen Schmerzen lindern, gegen bestehende Beschwerden ankämpfen und so auch den seelischen Zustand von Betroffenen verbessern. Tipp: Wer über eine Akupunktur nachdenkt, fragt sich häufig, ob die angewandten Nadeln die Beschwerden nicht vergrössern. Professionelle Akupunkteure achten jedoch darauf, dass Betroffene ein angenehmes und schmerzfreies Erlebnis geniessen. Lass dich dazu am besten vom Profi beraten. In einem ersten Gespräch schilderst du deine Beschwerden und stellst alle Fragen, die du zur Akupunkturbehandlung hast.

Wie kann ich mit Vulvodynie Geschlechtsverkehr haben?

Das Liebesleben von Frauen mit Vulvodynie leidet häufig. Viele empfinden Sex als schmerzhaft und verbinden den Akt deshalb mit negativen Gefühlen. Sexualität spielt jedoch eine wichtige Rolle für die meisten Menschen, was dazu führt, das Frauen mit Vulvodynie sich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlen. Unsere Tipps:

  • Gleitgel vereinfacht den Geschlechtsverkehr und verhindert zu starke Reibungen am äusseren Eingang der Scheide. Sei mit dem Gel deshalb nicht zu sparsam und taste dich langsam vor.
  • Bitte deinen Sexpartner um Rücksicht, auch wenn es zunächst die Leidenschaft dämpft. Schmerzfreier Sex kostet Zeit, Übung und Feingefühl.
  • Probiere dich aus: Möglicherweise hilft es dir, in akuten Schmerzphasen auf vaginalen Geschlechtsverkehr zu verzichten und lediglich die Klitoris zu stimulieren.
  • Suche einen Sexualtherapeuten auf, um dich beraten zu lassen. Übrigens: Eine Therapie kannst du auch zusammen mit deinem Partner machen und dabei lernen, wie ihr eure Kommunikation beim Liebesakt verbessert und offen über Bedürfnisse spricht.

Wann muss ich zum Arzt?

Suche unbedingt auch einen Gynäkologen oder Dermatologen auf, wenn es im Intimbereich brennt, juckt oder schmerzt. Manchmal dauert es etwas, bis die richtige Diagnose gestellt werden kann. Deshalb ist es wichtig, dass du einen Arzt nicht nur bei akuten Beschwerden konsultierst, sondern auch die Vorsorge wahrnimmst, damit dein Arzt sich ein umfassendes Bild von deinen Beschwerden macht. Viele Betroffenen entscheiden sich ausserdem für einen Besuch beim Schmerztherapeuten und Psychologen, wenn sie schon länger unter den Beschwerden leiden.

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