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Was ist Kinesiologie? Ein Überblick über die alternative Behandlungsmethode

Die Kinesiologie ist ein Teilbereich der Komplementärtherapie. Wörtlich handelt es sich um die „Lehre von der Bewegung“. Damit ist aber nicht nur die physische Bewegung des Körpers oder einzelner Gliedmassen gemeint. Es geht vielmehr um die Gesamtheit aller Bewegungen, also auch emotionale und energetische Bewegungen, die immer einen Ausgleich zum Ziel haben. Zum Beispiel vollzieht auch jemand, der seinen Gemütszustand verändert, eine Bewegung. Der Aufgeregte, der sich beruhigt und zurück in seine Gelassenheit findet, bewegt sich im kinesiologischen Sinn. Stressreduzierung ist ein Haupttätigkeitsbereich von Kinesiologen, doch es gibt auch körperliche Behandlungen. Alles über den alternativmedizinischen Ansatz erfährst du hier.

Was ist Kinesiologie aus wissenschaftlicher Sicht?

Die Kinesiologie ist eine sogenannte Parawissenschaft. Das bedeutet, für die Methoden und Inhalte der Lehre und ihre Wirksamkeit gibt es keine wissenschaftlichen Belege, ganz ähnlich wie bei der Homöopathie. Trotzdem gibt es Menschen, die nach einer Behandlung durch Heilpraktiker und Kinesiologen von einer Linderung ihrer Symptome berichten. Das Fehlen wissenschaftlicher Beweise bedeutet nicht zwangsläufig, dass alternative Therapien nicht funktionieren. Es bedeutet nur, dass es noch nicht gelungen ist festzustellen, dass sie wirken und wie die Wirkung zustande kommt. Abzugrenzen sind diese Komplementärtherapien von Behandlungsformen, deren Wirksamkeit belegt ist – der Naturheilkunde beispielsweise. Der Gebrauch vieler Heilpflanzen hat eine medizinisch nachweisbare Wirkung. Einige sind in entsprechender Dosierung sogar starke Gifte, deren Auswirkungen niemand anzweifelt.

Welche Behandlungskosten der Alternativmedizin übernimmt die Krankenkasse?

Hinsichtlich der Kostenübernahme für alternative Heilbehandlungen wie die Kinesiologie gibt es drei Möglichkeiten.

  • Hat ein Therapeut keinerlei staatliche Anerkennung, übernehmen weder Grund- noch Zusatzversicherungen die Behandlungskosten und du bezahlst vollständig selbst.
  • Hat ein Kinesiologe die erforderliche Qualifikation und wurde damit in das „Erfahrungsmedizinische Register“ (EMR) des Bundes aufgenommen, besteht grundsätzlich die Möglichkeit der Kassenabrechnung. Allerdings benötigst du dazu eine private Zusatzversicherung, die Komplementärtherapien abdeckt. In diesem Fall erfolgt die Kostenerstattung anteilig gemäss deinem Versicherungsvertrag.
  • Ist der Kinesiologe ein Arzt mit entsprechender Zusatzausbildung, ist sogar die Abrechnung über die Grundversicherung möglich.

Welche Krankheiten lassen sich kinesiologisch behandeln?

Krankheiten zu heilen ist ein Anspruch, den die Kinesiologie nicht verfolgt. Es geht eher darum, Störungen des Wohlbefindens zu beheben. Da sie keine klassische Heilbehandlung darstellt, eignet sich die Kinesiologie besonders gut für Patienten, denen die Schulmedizin nicht helfen kann. Das ist beispielsweise der Fall, wenn unklare Beschwerden vorliegen, deren Herkunft kein Arzt bisher feststellen konnte. Ausserdem behandelt die Kinesiologie Leiden, für die keine Heilbehandlung existiert, weil sie zum Beispiel auf Behinderungen beruhen oder anderweitig als unheilbar gelten. Die Behandlung eignet sich auch als Ergänzung der schulmedizinischen Therapie. Häufig vorkommende Beschwerdebilder in der Kinesiologiepraxis sind:

  • Stress und Verspannungen
  • Psychosomatische Beschwerden
  • Psychisches Unwohlsein
  • Funktionsstörungen ohne klinischen Befund
  • Nicht heilbare, aber diagnostizierte Leiden

Welche Ausbildung haben Kinesiologen?

Wer sich eben noch fragte „Was ist Kinesiologie eigentlich?“, wird vielleicht erstaunt sein zu erfahren, dass seit 2015 bereits ein Studiengang zur Erlangung des eidgenössischen Diploms für Kinesiologie existiert. Im Zuge dieser Neuregelung fand eine vollständige Neuordnung der Qualifikationsstrukturen für alle Angehörigen dieses Berufs statt. Die wichtigste Stelle für die berufliche Einordnung von Kinesiologen ist der Schweizer Berufsverband KineSuisse mit Hauptsitz in Basel. Die Mitgliedschaft in dieser Organisation erfordert den Nachweis absolvierter Ausbildungen entsprechend des Standards sowie eine Prüfung. An Stelle der Prüfung kann auch ein Gleichwertigkeitsverfahren treten, das dazu geschaffen wurde, die Qualifikation bereits vorher tätiger Kinesiologen anzuerkennen. Die Mitgliedschaft im Berufsverband verpflichtet seine Angehörigen ausserdem, sich den Leitlinien für die Berufsausübung und der Ethikrichtlinie zu unterwerfen. Damit stellt die Mitgliedschaft bei KineSuisse einen Standard sicher, auf den du dich als Patient eines Verbandskinesiologen verlassen kannst.

Welche Inhalte umfasst die kinesiologische Lehre?

Ausgangspunkt der Lehre ist die Annahme, dass sich sämtliche Störungen in Körper und Geist sich in der Schwächung von Muskeln und Muskelgruppen niederschlagen. Dieser Hintergrund bewirkt, dass die Kinesiologie Inhalte aufweist, die sich auch in Chiropraktik, Osteopathie und Physiotherapie wiederfinden. Andere Elemente beschäftigen sich mit der mentalen Balance des Patienten und haben eine eher spirituelle Basis im Hinblick auf Energieströme, Blockaden und Chakren. Die Kinesiologie ist hauptsächlich eine Körpertherapie, die mit gezielten Übungen versucht, Körper und Geist in ihr natürliches Gleichgewicht zu bringen. Eine solche Übung besteht zum Beispiel darin, den Patienten bestimmte körperliche Bewegungen ausführen zu lassen, um damit eine Wirkung im Gehirn zu erzielen. Weit verbreitet ist inzwischen auch das Tapen verschiedener Körperpartien. Darüber hinaus beschäftigt sich die Kinesiologie aber auch mit dem Fluss von Energieströmen durch den Körper und entsprechend dem ganzheitlichen Ansatz auch mit der Ernährung des Patienten. Ziel ist immer, eine Person auf jeder Ebene in Balance zu bringen.

Wie kommt ein Kinesiologe zu einer Diagnose?

Das bekannteste Diagnoseverfahren der Kinesologie ist der Muskeltest. Dabei handelt es sich nicht um eine typische Untersuchung, wie sie aus der Schulmedizin bekannt ist. Am Ende des Tests steht keine medizinische Diagnose, sondern eher ein therapeutischer Ansatz, der dazu dient die Beschwerden des Patienten zu lindern und ihn wieder in sein Gleichgewicht zu bringen. Nach der kinesiologischen Lehre geben Muskeln Aufschluss über den Zustand von Körper und Geist, da sich schädliche Einflüsse als Blockaden der Muskulatur zeigen. Da die Kinesiologie auch auf Elemente der Osteopathie und der Chiropraktik zurückgreift, ist es nicht verwunderlich, dass der Muskeltest auch dort seinen Ursprung hat. Je nach Fachrichtung des behandelnden Kinesiologen wird der Test ein wenig abgewandelt ausgeführt. Der Muskeltest ist kein wissenschaftlicher oder medizinischer Test mit messbaren Ergebnissen. Vielmehr interpretiert der Therapeut die Signale, die der Körper des Patienten ihm bei dem Test übermittelt. Diese Impulse werden dann zur Grundlage der Behandlung.

Wozu dient die Anwendung von Tapes?

Das unter der Bezeichnung „Kinesio-Tape“ inzwischen recht bekannte Verfahren wurde von einem japanischen Chiropraktiker entwickelt. Heute praktizieren auch viele Physiotherapeuten die Methode. Dabei kleben sie lange Pflasterstreifen in spezieller Anordnung auf Muskeln oder Reflexzonen. Das Tapen dient einerseits zur Vorbeugung von Krankheiten und Verletzungen bei körperlicher Belastung. Andererseits kann es gegen Krankheiten der Gelenke unterstützend wirken, denn der physische Reiz soll die Durchblutung der Muskeln und des umliegenden Gewebes anregen und die Selbstheilungskräfte des Patienten aktivieren. Selbst wenn ernsthafte Erkrankungen dadurch nicht zu heilen sind, führt die Entlastung angespannter Muskel nach Einschätzung der Patienten zu einer fühlbaren Schmerzlinderung. Die Stimulation von Reflexzonen durch Tapes folgt den Grundsätzen der Akupressur.