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Komplementärtherapeut werden und Menschen mit den Heilkräften der Natur helfen

Seit Jahrhunderten schon hat die Komplementärmedizin, andernorts auch als Alternativmedizin bekannt, ihren festen Platz in der schweizerischen Medizingeschichte: Die Heilkräfte der Natur erkundete der Arzt Paracelsus bereits in der Renaissance, die erste anthroposophische Klinik öffnete auf Schweizer Boden ihre Pforten. Seit 2012 sind einige Verfahren der Komplementärmedizin auch im Rahmen der Grundversicherung vorgesehen: Die Kasse zahlt eine Reihe von Methoden, die aus diesem Bereich kommen. Doch was genau ist Komplementärmedizin und wie wird man Therapeut für diese Methoden? Wir haben uns die wichtigsten Fragen rund um den Komplementärtherapeuten und seine Ausbildung angesehen.

Was ist ein Komplementärtherapeut?

Der Komplementärtherapeut ist eine Gesundheitsfachperson: Er kümmert sich um kranke und gesunde Menschen in jeder Altersstufe. Krankheitsbedingte Beschwerden und Erkrankungen, aber auch Leistungsbeeinträchtigungen oder einfach die Unterstützung bei grossen Veränderungen im Leben können sein Arbeitsfeld sein. In manchen Fällen ist die Therapie die einzig nötige Behandlung, in anderen Fällen werden die Verfahren zur Unterstützung und Begleitung einer medizinischen Therapie angewendet. Die Ausbildung zum Komplementärtherapeut HFK wird häufig als berufsbegleitende Weiterbildung angeboten und schliesst mit einer Prüfung etwa als eidgenössisches Diplom ab.

Was bedeutet das Kürzel HFP?

Die höhere Fachprüfung, kurz HFP, zeigt auf, dass der Therapeut, der dieses Kürzel an seine Berufsbezeichnung hängen darf, einen Abschluss einer Hochschule oder aus der höheren Berufsbildung hat. Dies kann etwa ein eidgenössisches Diplom sein, das Berufs- und höhere Fachschulen anbieten. Andere haben einen Bachelor oder Master an Fachhochschulen und Universitäten erworben. Der Komplementärtherapeut HFP blickt damit auf eine fundierte schulische wie praktische Ausbildung zurück, die er mit seinem Abschluss belegt. Seit 2015 das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation eine entsprechende Prüfungsordnung genehmigt hat, gibt es für Komplementärtherapeuten die Möglichkeit, eine HFP für das eidgenössische Diplom abzulegen. Voraussetzung für diese Abschlüsse sind Erfahrungen beruflicher Art, die auf unterschiedlichen Wegen erlangt worden sind:

  • Der Kandidat hat bereits praktische Arbeitserfahrung in diesem Bereich.
  • Er hat an vorangegangenen Ausbildungs- und Weiterbildungsmassnahmen und entsprechenden Seminaren teilgenommen.

Craniosacral Therapie und Co.: Welche Methoden gehören zur Komplementärmedizin?

Die Alternativmedizin umfasst ein vielfältiges Angebot von Therapien und Verfahren, deren Grundlagen in unterschiedlichsten Aus- und Weiterbildungen gelernt werden. Wer in einem dieser Bereiche die entsprechende Fachprüfung ablegt, kann sich als Therapeut damit selbständig machen. Grundsätzlich sind die Bereitschaft und Offenheit für neue Themen und die Auseinandersetzung mit anderen Fachbereichen Voraussetzung für die Arbeit in der komplementären Medizin. Verschiedenste Berufsleute, Lehrende und Lernende arbeiten interdisziplinär zusammen. In der Schweiz sind per Gesetz komplementärmedizinische ärztliche Leistungen den anderen von der OKP vergüteten medizinischen Fachrichtungen gleichgestellt. Daher gibt es die Möglichkeit, eine Fachprüfung und ein Diplom in anerkannten Instituten zu erwerben. Behandelnde mit medizinischer Ausbildung können damit die Komplementärmedizin über die Grundversicherung abrechnen, nicht-ärztliche Therapeuten über Zusatzversicherungen ihrer Patienten. Für die folgenden anerkannten Methoden können Diplom-Abschlüsse in komplementärer Medizin erworben werden:

  • Akupressur Therapie
  • Akupunktmassage
  • Alexander-Technik
  • Atemtherapie
  • Ayurveda
  • Bewegungs- und Körpertherapie
  • Craniosacral Therapie
  • Eutonie
  • Faszientherapie
  • Feldenkrais
  • Heileurythmie
  • Reflexzonentherapie
  • Shiatsu
  • Yoga Therapie
  • Osteopathie
  • Kinesiologie

Wer darf die Fachprüfung für Komplementärmedizin machen?

Du strebst den Abschluss Komplementärtherapeut HFK an? Dazu brauchst du im Vorfeld, je nach bisheriger Ausbildung, ein Branchenzertifikat, um nachzuweisen, dass die vorhandenen Kenntnisse und Grundlagen deines fachlichen Wissens ausreichen. Vor der Prüfung am Ende der Ausbildung muss ausserdem ein schulischer Abschluss auf Sekundarstufe II oder ein gleichwertiger Abschluss nachgewiesen werden. Berufspraxis in einem bestimmten Umfang sowie Supervisionen müssen für bestimmte Abschlüsse ebenfalls vorliegen. Zu den persönlichen Stärken gehören Kommunikationsfähigkeit, psychische und physische Belastbarkeit und ein ausgeprägtes Empathievermögen. Ein Tipp: Wer bereits eine Ausbildung in einem Bereich der komplementären Medizin absolviert oder vergleichbare Kenntnisse auf anderen Wegen erworben hat, der kann dies mit dem Gleichwertigkeitsverfahren nachweisen. Für die Anerkennung und zum Nachweis solcher Kenntnisse braucht es Zeugnisse oder Prüfungsnachweise, einen Beschrieb praktischer Erfahrungen und weitere, vergleichbare Belege.

Welche Ausbildung braucht ein Komplementärtherapeut in der Schweiz?

Wer in der Schweiz als Komplementärtherapeut arbeiten möchte, benötigt eine Ausbildung in einem der Bereiche der Komplementärmedizin. Ausserdem haben die Kandidaten zumeist weitere medizinische Berufe oder berufsspezifische Kenntnisse und Weiterbildungen. Möchtest du einen anerkannten Hochschulabschluss anhängen, sind Ausbildung oder Berufserfahrung die Zugangsvoraussetzung für die höheren Ausbildungsmöglichkeiten. Um Leistungen anzubieten, die von der Grundversicherung übernommen werden können, brauchen Ärzte eine Ausbildung in Homöopathie, anthroposophischer Medizin, Phytotherapie, traditioneller chinesischer Therapie oder Neuraltherapie. Zusatzversicherte können häufig die Zahlung von alternativen Therapien, die nicht-ärztliche Therapeuten durchführen, erwirken. Für die Eintragung ins EMR-Register der Krankenkassen ist das eidgenössische Diplom Voraussetzung: Nur mit diesem Eintrag können Therapeuten Massnahmen anbieten, die über die Zusatzversicherungen der Krankenkassen abzurechnen sind.

Was lernt der Therapeut in der Ausbildung?

Je nachdem, für welche Ausbildung im komplementären Bereich du dich entscheidest, werden unterschiedliche Informationen und Kenntnisse vermittelt. Der Komplementärtherapeut HFK lernt, Anwendungen aus den unterschiedlichen Bereichen durchzuführen, von Shiatsu über Craniosacral-Therapie bis hin zur Reflexzonentherapie. Dabei sind Spezialisierungen möglich, zum Beispiel auf bestimmte Altersgruppen, etwa Säuglinge oder Senioren, Kinder oder Jugendliche. Andere spezialisieren sich auf bestimmte Krankheitsbilder oder Beschwerden, etwa aus dem psychosomatischen Bereich oder auf Ernährung und Diätetik. Verfahren, Konzepte und praktische Anwendungen gehören ebenso zur Ausbildung wie die Vermittlung von rechtlichen oder ethischen Aspekten. Praktische Übungen und Supervisionen begleiten die umfassende Ausbildung. Am Ende verfügt der Absolvent über ein breites Wissen in den Bereichen Naturheilkunde, Heilpraktik, der Alternativmedizin insgesamt, in Homöopathie und Pflanzenheilkunde sowie in Diagnose- und Anamnesetechniken.

Wo arbeiten Komplementärtherapeuten?

Meist sind Therapeuten der Komplementärmedizin als Selbständigerwerbende tätig. Sie arbeiten in der eigenen Praxis und mit oder ohne Partner und Angestellte. Ärzte und nichtmedizinische Therapeuten können solche Praxen führen. Interdisziplinäre Teams bieten mitunter Arbeitsstellen für angestellte Therapeuten und Heilpraktiker: Spitäler und Kliniken, Reha-Zentren und medizinische Gesundheitszentren arbeiten zunehmend auch mit komplementärmedizinischen Methoden. Auch Präventionsprogramme zur betrieblichen Gesundheitsförderung werden von Personen mit einer solchen Ausbildung angeboten oder sie sind im Erziehungs- und Sozialwesen im Rahmen von vorbeugenden und gesundheitsfördernden Programmen beschäftigt.

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