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Fünf Elemente Ernährung: Alles zur Ernährungslehre der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist eine holistische Methode, die den Menschen als Ganzes betrachtet. Für die Gesundheit spielt daher auch die Ernährung eine wichtige Rolle. Die Ernährungslehre der Fünf Elemente befasst sich mit der Wirkung von Nahrungsmitteln auf den Menschen. Auf diese Weise soll das Wohlbefinden gesteigert und die Gesundheit gefördert werden. Wie die Fünf Elemente Ernährung funktioniert, worauf sie beruht und wie du sie in deinem Alltag integrieren kannst, erfährst du hier.

Welche Bedeutung hat die Ernährung in der Traditionellen Chinesischen Medizin?

Die Ernährung spielt in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eine zentrale Rolle. Essen wird dabei, anders als in westlichen Kulturen, nicht einfach nur als Energielieferant angesehen, sondern besitzt eine energetische Wirkung auf Körper und Seele gleichermassen. Die Lebensenergie Qi kann nur ungestört fliessen, wenn Yin und Yang im Gleichgewicht sind. Nach Auffassung der TCM entstehen Krankheiten durch ein Ungleichgewicht zwischen diesen beiden Naturkräften. Doch mit der richtigen Ernährung können Körper und Psyche wieder in Einklang gebracht werden.

Was ist die Fünf Elemente Ernährung?

Nicht nur im menschlichen Körper wirkt das Naturprinzip von Yin und Yang, sondern auch alles um den Menschen herum wird dadurch bestimmt. Das gilt auch für Nahrungsmittel. In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden Nahrungsmittel daher fünf Elementen zugeordnet, die jeweils eine andere Wirkung auf bestimmte Organe und die Lebensenergie besitzen. Bei der Ernährung nach den Fünf Elementen geht es darum, ein Gleichgewicht herzustellen, indem die verschiedenen Elemente in einem ausgewogenen Verhältnis in den Speiseplan aufgenommen werden. Im Einzelfall kann sich die Zusammensetzung jedoch unterscheiden, da sich das Verhältnis zwischen Yin und Yang bei jedem Menschen anders ausdrückt. Die fünf Elemente haben folgende Bedeutungen und Wirkungen:

  • Erde: Diese Element seht für das Süsse, Milde aber auch das Sättigende. Nahrungsmittel aus dieser Gruppe machen den Grossteil der Ernährung aus. Sie haben eine entspannende, kräftigende Wirkung und bauen die Lebensenergie Qi auf. Das Erdelement beeinflusst die Milz und den Magen.
  • Feuer: Es repräsentiert Wärme und Licht. Lebensmittel aus dem Feuerelement wirken verdauungsfördernd, reinigend und entziehen dem Körper überschüssiges Wasser. Ihr Einfluss bezieht sich vor allem auf Herz und Dünndarm.
  • Wasser: Lebensmittel des Wasserelements weichen den Körper auf und binden Wasser. Eine übermässige Aufnahme kann jedoch zu Verhärtungen führen. Die Lebensenergie wird nach unten geleitet. Die Organe, die vom Wasserelement beeinflusst werden, sind Niere und Blase, deshalb wird ihr auch eine ausleitende Wirkung zugesprochen.
  • Metall: Dieses Element zerstreut das Qi, sorgt für eine Energieverteilung und kann inneren Stillstand auflösen. Es hilft gegen Kälte von aussen und innen, wirkt wärmend und entfernt überschüssiges Wasser. Die Wirkung bezieht sich insbesondere auf die Lunge und den Dickdarm.
  • Holz: Nahrungsmittel dieses Elements sorgen für eine erfrischende Energie, bewahren die Körpersäfte, wirken kühlend und stärken das Yin. Holz repräsentiert die Organe Leber und Gallenblase.

Welche möglichen Anwendungsgebiete gibt es für diese Ernährungslehre?

Es gibt viele unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten für die Fünf Elemente Ernährung, wie zum Beispiel:

  • Vorbeugung von Krankheiten
  • Bestehende Ungleichgewichte ausgleichen und den Körper in Einklang bringen
  • Behandlung verschiedener gesundheitlicher Störungen
  • Verbesserung der Leistungsfähigkeit

Was sind Beispiele für typische Nahrungsmittel der jeweiligen Elemente?

Jedem der Elemente wird eine andere Geschmacksrichtung zugeordnet. So steht zum Beispiel Holz für sauren Geschmack wie Tomaten, Zitrusfrüchte, Beeren oder Milcherzeugnisse. Das Element Erde steht für das Süsse wie Honig, Karotten, Kürbis, aber auch für Rind oder Kalbfleisch. Feuer wird durch den bitteren Geschmack repräsentiert. Gemüsesorten wie Chicorée, Ingwer oder Rucola gehören in diese Gruppe. Zum Element Metall gehören scharfe Lebensmittel wie Rettich, Zwiebeln, Knoblauch und scharfe Gewürze. Schliesslich zählen alle salzigen Lebensmittel zum Element Wasser wie zum Beispiel Oliven, Meeresfrüchte, Fisch oder Speck.

Was bedeutet die thermische Wirkung von Lebensmitteln?

In der Ernährungslehre nach der Traditionellen Chinesischen Medizin haben Nahrungsmittel auch eine thermische Wirkung auf den Körper. Dabei hat die thermische Wirkung nicht zwangsläufig etwas mit der tatsächlichen Temperatur der Zutaten zutun. Es geht dabei viel mehr um die spirituelle Temperatur und Energie. Dabei unterscheidet man folgende thermischen Wirkungsbereiche:

  • Kalt: Diese Lebensmittel besitzen viel Yin und kühlen den Körper aus. Das macht sie ideal für den Sommer, da sie deinem Körper Hitze entziehen. Im Winter sind sie hingegen ungeeignet, da sie Energie und Wärme im Körper verringern, das Yang schwächen und so das Immunsystem schwächen können. Typische "kalte" Lebensmittel sind Südfrüchte wie zum Beispiel Bananen, Tomaten, Gurken oder Joghurt.
  • Erfrischend: Sie halten das Yin im Körper zusammen, schützen vor Wasserverlust, bauen Körpersäfte und Blut auf.
  • Neutral: Lebensmittel aus dieser Gruppe haben einen positiven Effekt auf den gesamten Körper, sie bauen Lebensenergie auf und sorgen für Ausgewogenheit.
  • Warm: Warme Lebensmittel stärken das Yang. Sie wärmen den Körper von innen und stärken ihn gegenüber äusseren Einflüssen.
  • Heiss: Heisse Nahrung erhöht das Yang besonders stark und sorgt für innere Hitze. Besonders in der kalten Jahreszeit sind diese Nahrungsmittel empfehlenswert, da sie den Körper warm halten und widerstandsfähig machen.

Wie kann die Fünf Elemente Ernährung Krankheiten beeinflussen?

Bei der Ernährung nach den Fünf Elementen geht es nicht primär darum, Krankheiten zu bekämpfen, sondern vielmehr den Körper und die Seele soweit zu stärken, dass Erkrankungen und Beschwerden gar nicht erst auftreten oder erste sich abzeichnende Symptomatiken abzuwenden. Dennoch kann sie unterstützend bei folgenden Beschwerden und gesundheitlichen Problemen hilfreich sein:

  • Adipositas
  • Allergien
  • Verdauungsbeschwerden
  • Schwaches Immunsystem
  • Schlaf-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen

Welche weiteren Grundlagen gilt es bei dieser Ernährungslehre zu beachten?

Bei der Ernährung nach den Fünf Elementen gilt es neben dem Gleichgewicht zwischen den Elementen weitere Besonderheiten zu beachten:

  • Reihenfolge: Bei der Zubereitung von Speisen solltest du nicht nur auf die Zutatenliste achten, sondern auch auf die Abfolge. Die Reihenfolge, in der beim Kochen die einzelnen Nahrungsmittel hinzugefügt werden sollten, lautet: Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser.
  • Zubereitungsart: Nicht nur die Energie der Nahrungsmittel ist entscheidend für ihre Wirkung auf Körper und Geist, sondern auch die Art ihrer Verarbeitung. Ebenso kann der Reifezustand beeinflussen, welchem Element ein Lebensmittel jeweils zugeordnet wird.
  • Jahreszeiten: Im Jahresverlauf ändern sich, bedingt durch äussere Einflüsse, die körperlichen Bedürfnisse und das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang. Das solltest du auch bei der Erstellung deines individuellen Ernährungsplans mit einfliessen lassen.

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